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26.04.2010

Bundesverdienstkreuz für Heidelberger Alumnus

Bundesverdienstkreuz für unermüdlich gelebten Humanismus

Er wurde 1945 geboren, gerade zum Ende des Zweiten Weltkriegs, in Tobruk/Libyen, einer Stadt, deren Geschichte durch die Kämpfe während des Afrikafeldzugs unter Erwin Rommel aufs engste mit Deutschland verbunden ist.
Nach seinem Abitur kam Dr.Aly El-Kothany als Stipendiat der damaligen libyschen Regierung unter König Idris zum Medizinstudium nach Deutschland, wo er bereits 1971 an der Universität Heidelberg sein Staatsexamen ablegte und 1972 promovierte. 1981 erhielt er seine Anerkennung als Facharzt der Inneren Medizin, in den folgenden Jahren noch der Sport- und Sozialmedizin. In dieser Zeit arbeitete er als Oberarzt an verschiedenen deutschen Kliniken und kehrte 1989 nach Tobruk zurück, um dort ein Ärztehaus mit verschiedenen Fachrichtungen zu gründen – ohne je die vielfältigen Verbindungen zu Deutschland zu unterbrechen.
Doch Medizin war nie das Einzige, was den unermüdlichen Arbeiter interessierte. Früh war ihm bewusst, welche Bedeutung Politik, Geschichte und Religion haben, wie wichtig es ist, alles zu hinterfragen und zu durchschauen, um Kriege zu verhindern und um den Menschen begreiflich zu machen, dass allen Völkern das Recht auf Frieden, Freiheit und Leben zusteht.
Schon kurz nach dem Studium knüpfte er über den Mannheimer Karl Zimmermann erste Kontakte zu den Veteranen des Deutschen Afrika-Korps, einer Gruppe zwar rüstiger älterer Herren, die aber die Betreuung durch einen jungen, deutschsprachigen Arzt, der sich auch bestens mit den Gegebenheiten z.B. im libysch-ägyptischen Grenzverkehr auskannte, bei ihren Reisen zum Soldatenfriedhof in Tobruk und nach El Alamein sehr zu schätzen wussten.
Kaum zurück in seiner Heimatstadt wurde Dr.El-Kothany durch seine Arbeit in der Praxis schmerzlich bewusst, wie viele Todesopfer die Minen aus dem 2.Weltkrieg in der libyschen Wüste immer noch forderten, wie viele Verstümmelungen sie verursachten, sodass er sich fortan für deren Beseitigung engagierte – wofür ihm das „Auslandsjournal“ sogar einen Beitrag widmete.
Was der unermüdlich an allen Fronten kämpfende Arzt seither unternahm, lässt sich kaum aufzählen, daher seien nur einige Punkte genannt: Teilnahme am Christlich-Islamischen Dialog und die Versorgung Tobruks mit italienischen Nonnen als Krankenschwestern, ständige Unterstützung deutscher Firmen in Libyen, Betreuung des deutschen Soldatenfriedhofs für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Mitglied der Heidelberger Alumni International und ständiger Ansprechpartner für die Deutsche Botschaft in Tripolis.
Für so viel mit so viel Herzblut gezeigtes Engagement wurde Dr.El-Kothany nun im Februar 2010 im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Deutschen Botschaft in Tripolis mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.




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Verleihung (Verdienstkreuz)






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